Lange habe ich mich drauf gefreut. Was für viele Normalität ist, war für mich DAS Highlight in diesem Monat - ein kinderfreies Wochenende in Byron Bay (ein Hippie-Strand im Osten Australiens). Also nichts wie meinen kleinen Toyota Corolla vollgetankt und los gehts. Zu viert cruisten wir erst ein paar Kilometer in der Stadt herum, um dann endlich auf dem Highway zu sein. Getreu dem Motto: "No Risk, No Fun" hatte ich schnell Lichtgeschwindigkeit erreicht (ganze 110 km/h) und fühlte mich auf der rechtesten Spur ganz wie Zuhause. Leider nicht für lange.
Ihr glaubt es nicht. Ich habe ein Zeichen am Auto, das sagt, dass ich Fahranfänger bin, dass falls ich etwas seltsames mache, zwei Parkplätze brauche oder Geisterfahrer bin, mich die Leute nicht gleich von der Straße weghupen. Einem Fahranfänger wird hier aber nur zugetraut, 100 km/h zu fahren. Is klar, ne? Man stelle sich vor, ein Fahranfänger fährt 10 km/h schneller - wäre ja purer Selbstmord. Deshalb musste ich auf dem Standstreifen anhalten. Weil ich 10 km/h zu schnell war. Nachdem ich aufgeklärt wurde, dass es nicht erlaubt ist, dieses Zeichen nach 6 Jahren Führerscheinbesitzes am Auto zu haben und dass er ja weiß, dass man in Deutschland sogar 130 fahren darf (achso...auch was neues), durfte ich (ohne Zeichen und damit legal mit 110) meine Reise fortsetzen. Danke.
Endlich angekommen, gings erstmal ab an den Strand. Es war einfach herrlich! Ich liebe das Meer! Die Strömung war abnormal (was aber viele Surferboys angelockt hat), die Sonne schien den ganzen Tag über und uns und den Hippies ging es einfach gut. Am späten Nachmittag ging es dann zum Captain-Cook-Lookout (wir sind hochgewandert - nicht gefahren!) und damit zum östlichsten Punkt Australiens. Die Aussicht entschädigte jede Anstrengung - es war einfach super! Abends beim Feiern lernten wir jedoch die moderne Interpretation von freier Liebe kennen, die wohl mit den Hippies am Straßenrand nicht sonderlich viel zu tun hat. Betrunkene leichtbekleidete Mädels, in der Blüte ihrer Leben, umgeben von noch volleren Möchtegern-Beachboys, tanzend zu Christina Aguileras Song "Dirrty". Ich sage euch - besser als Kino! Kennt ihr die Prostituierten hinter den Schaufenstern in den Gassen von Amsterdam? So etwa.
Ansonsten ist nicht mehr viel passiert. Wir haben es uns am Strand gut gehen lassen und ich habe mir ordentlich den Hintern verbrannt. Trotz Ozonloch halten Australier Sonnenschirme nämlich für überflüssig. Fahrt mal mit einem krebsroten Hintern zwei Stunden im Auto Nachhause. :) Wieder gesund in Brisbane angekommen geht der ganz normale Wahnsinn weiter. Ich bin mittlerweile sehr glücklich darüber, den Schritt nach Australien gewagt zu haben, auch wenn ich mein geliebtes Zuhause oft vermisse. Kaum zu glauben, dass ich morgen auf den Tag genau vor zwei Monaten in Deutschland in den Flieger gestiegen bin! Haltet euch munter und bleibt gesund! Bis nächste Woche mit Berichten aus Moreton Island! Achja...der Herbst ist langsam da. Habe mir heute erstmal einen Tee gemacht. Kaum auszuhalten diese Kälte bei 26,5 Grad!

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